Trotz zahlreicher zeitgleicher Freestyle-Events waren beim Night Air des 5. Whitestyle Opens in Mürren starke Freeskier und Snowboarder am Start. Am meisten Punkte verteilten die fünf Profi-Richter unter dem österreichischen Head-Judge Alex Standteiner in der Hauptkategorie der Freeskier an Yannic Lerjen aus Zermatt. Lerjen, der als einer der stärksten zehn Schweizer Freeskier gilt, zeigte einen Flat 540 mute und einen Switch 900. Dafür kassierte er 71,1 Punkte und einen schönen Teil des Preisgeldes von insgesamt 10'000 Franken. Und er übernimmt neu die Gesamtführung des Swisscom Freeski Tour. Grosse Konkurrenz machte ihm Janne van Enckevort aus Chur. Der gebürtige Berner Oberländer holte mit einem Switch Backflip sowie einem Switch 1080 69,1 Punkte. Michel Kuster aus Engelberg erhielt für seinen Switch Backflip Nose und einen Flair To Switch Frontflip 66,4 Punkte. Bei den Rookies setzte sich verdienterweise Luca Schuler aus Ebertswil durch. Der erst 13-Jährige aus Ebertswil begeisterte die Jury mit einem Bio 540 Double Grab und einem 720 Mute. Zweiter wurde Paul Chevalley aus Villars, Dritter Florian Michaud aus Monthey.
Beim diesjährigen Whitestyle Open kamen auch Snowboard-Fans auf ihre Kosten. Immerhin waren mit Alessandro Boyens aus Saas Fee oder Philippe Hänni aus Saanen national erfolgreiche Rider am Start. Ziemlich deutlich – mit 72, 1 Punkten – holte sich Alessandro Boyens vor dem Brienzer Kaspar Hösli (64,5 Punkte) und Philippe Hänni (57,2 Punkte) den Kategoriensieg. War es im ersten Durchgang noch darum gegangen, einen einfachen Sprung mit möglichst viel Style zu stehen, sollten die Rider beim zweiten Run einen technisch schwierigeren Trick mit möglichst viel Umdrehungen zeigen. Den dritten Run wählten sie frei. Für besondere Momente sorgte dabei zweifellos der Berner Gino Zahnd. Er war zwar in der Hauptkategorie der Freeskier nur Achtplatzierter, begeisterte aber das Publikum mit seinen ebenso gewagten wie ungewöhnlichen Tricks. Riesigen Applaus erhielt auch Jessica Müller aus Wengen, die einzige Frau, die sich auf den steilen Kicker mit seinem 12-Meter-Table gewagt hatte. Für den Wettkampfkicker des Thuner Profi-Shapers Simon Abt hatte die Whitestyle Crew gemeinsam mit Mitarbeitern der Schilthornbahn während drei Tagen rund 1000 Kubikmeter Schnee verbaut. Weil derzeit nur noch sehr wenig Schnee liegt, führte ein lokales Transportunternehmen zusätzlich 48 Wagenladungen (rund 130 Kubikmeter) Schnee herbei.
Das Whitestyle Open bietet für Wintersportfans noch weitere Aktiv-Angebote. Bei den Freeride Sessions erkundeten Freeride-Fans am Samstag gemeinsam mit Pro Ridern und einem Bergführer das Gebiet abseits der Pisten. Obschon die Schneeverhältnisse nicht optimal waren, fanden die Teilnehmer im vielseitigen Freeride-Gebiet am Schilthorn noch die eine oder andere schöne Line. Und weil nur sicheres und respektvolles Freeriding cool ist, waren alle Teilnehmer mit einer vollständigen Lawinenausrüstung unterwegs und erhielten vom Bergführer wichtige Tipps zu den Gefahren abseits der Piste. Beim Freeskitest probierten Freeski-Fans die neuesten Modelle renommierter Hersteller aus. Wegen zu starken Föhns mussten jedoch Freeskitest und Freeride Sessions am Sonntag abgesagt werden. Tanzen und Feiern war vor allem bei der Whitestyle After Party angesagt. Nach einer chilligen Welcome-Party am Freitag traf sich die Freeski- und Snowboardszene zu einer heissen Party mit den Beats von DJs.
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